SPD Eppingen

Unsere Erde ist sehr produktiv. Sie bietet uns zum Einen einmalig verwendbare Rohstoffe an, wie z.B. Erdöl oder Kohle. Und Sie bietet uns nachwachsende Rohstoffe an, wie  z.B. Fisch, Fleisch oder Pflanzen.

Jedes Jahr produziert unser Planet hunderte von Millionen Tonnen Fisch. Davon futtern wir etwa 140 Millionen Tonnen weg.

Ähnlich geht es mit den Pflanzen. Millionen Tonnen wachsen jährlich nach, millionen Tonnen ernten wir jedes Jahr oder verbrennen Sie einfach um neues Ackerland zu gewinnen.

Ökonomisch gesehen produziert unser Planet also jedes Jahr eine gewisse Bruttomenge an Ressourcen.

Wir entnehmen dem Planeten diese Ressourcen, wandeln diese Ernte um und gewinnen dadurch Netto Ressourcen welche wir verkaufen können.

Und wie bei jedem ökonomischen System ist es wichtig, dass man mit seinen zur Verfügung stehenden Ressourcen vorsichtig umgeht. So sollte man nicht mehr Geld ausgeben als man besitzt, man sollte auch nicht mehr Fische fangen als nachwachsen können.

Scheint soweit klar, wissen wir, haben wir im Blick ... denkt man.

Tatsächlich aber verbrauchen wir Menschen seit etwa 1971 mehr Ressourcen pro Jahr als unser Planet in einem Jahr herstellen kann. Seit damals nimmt der Verbrauch jedes Jahr zu. In diesem Jahr wurden die Produktions Kapazitäten unseres Planeten schon Ende Juli überschritten.

2019 verbrauchen die Menschen insgesamt bereits die Ressourcen von 1,75 Erden! Das ist so als ob wir unser Monatsgehalt bereits nach 3 Wochen aufgebraucht hätten.

Betrachtet man nur die Vereinigten Staaten so hatten Sie Ihre Ressourcen bereits am 15. März 2019 verbraucht. Europas Ressourcen waren am 10. Mai 2019 erschöpft und Deutschlands Ressourcen gingen bereits am 3 Mai 2019 zur Neige.

Aber was hat das mit unserem Klima zu tun?

Ganz einfach ... Pflanzen sind nicht nur zum Abholzen und zum Verbrennen da, Fische sind nicht nur Nahrungsquellen.

 

Vielmehr werden diese Ressourcen von unserem planetaren System auch dafür genutzt sich selbst zu erhalten. So bilden Pfanzen z.B. Wälder. Und diese Wälder bilden eigene Ökosysteme mit eigenen Kreisläufen, eigenen Wolken und lokalen Wetterzonen. Wälder beeinflussen darüber unser Klima.

Und Fische haben ebenfalls weitere Bedeutungen. Sie bilden Nahrungsketten, ihre Ausscheidungen düngen die Meere und bilden die Nahrungsgrundlage für Kleinstlebewesen welche wiederum den Anfang weiterer Nahrungsketten bilden. Viele dieser Kreisläufe sind unsichtbar und scheinen unbedeutsam zu sein, dennoch bilden Sie die wesentliche Grundlage unserer vernetzten Natur.

Vor 2600 Jahren meinte Lao Tze "Das Sichtbare, das Seiende, gibt dem Werk die Form. Das Unsichtbare, das Nichts, gibt ihm Wesen und Sinn."

Wenn wir heute bereits die Ressourcen von 1,75 Erden verbrauchen, dann greifen wir erheblich in dieses unsichtbare Netz ein und zerstören damit Wesen und Sinn unseres Ökosystems.

 

Entwicklung des Earth Overshoot Day von Dezember am Anfang der 1970er Jahre bis zum Juli am Ende der 2010er Jahre

Earth Overshoot Day

Entwicklung des Earth Overshoot Day von Dezember am Anfang der 1970er Jahre bis zum Juli am Ende der 2010er Jahre

 

Für die Amerikaner war der Juni 2019 der heißeste in Ihrer 140 jährigen Wetterdaten Aufzeichnungs-Geschichte. Neun der 10 heißesten Junis sind bei Ihnen seit 2010 aufgetreten. D.h., dass die Durchschnittstemperatur in jedem Jahr seit 2010 wärmer war als jene im Jahr zuvor. In dem Filmen werden Temperaturanomalien in Falschfarben angezeigt. Wärmer als erwartet wird mit rot markiert, kälter als erwartet wird mit blau markiert und weiße Bereiche entsprechend der erwarteten Temperatur.

 Die Quellen stammen von der NASA

Frank Sieckmann, 03.09.2019